#Mein Gott diskriminiert nicht
In einer stummen Diskussion demonstrierten die Frauen, dass sie von der Amtskirche nicht "gehört" werdenGott diskriminiert nicht, diese Worte sollen uns an die unveräußerliche Würde jedes Menschen erinnern und auch daran, dass Gottes Ruf keine Grenzen kennt: nicht Geschlecht, nicht Herkunft, nicht Status. Was Gott zusagt, gilt allen – vorbehaltlos, so Bezirksleiterin Elisabeth Rotter in ihrer Einleitung zum Thema.
Seit Jahrzehnten würden sich Frauen in liturgischen, pastoralen und diakonischen Diensten mit Kompetenz, Liebe, Leidenschaft und tiefer Berufung engagieren – und stoßen immer wieder an Grenzen, weil die Kirche am Patriachat festhält und die Berufung von Frauen nicht hören will. Inspiriert habe dieses Leitwort, so Elisabeth Rotter weiter, die Freiburger Initiative #meingottdiskriminiertnicht. Neun Theologieabsolventinnen hätten im Mai 2025 ihre Bewerbung zur Aufnahme in das Priesterseminar der Erzdiözese Freiburg abgeben. Berufung bleibt lebendig und macht mutig.
Im Gottesdienst waren Statements von Frauen zu hören, die ihren Weg gegangen waren, oft gegen Widerstände, manchmal unter großen persönlichen Belastungen. Sie erzählen von Berufungen, die nicht verstummen – Geschichten, die zeigen: Gott ruft mit einer Beharrlichkeit, die befreit und stärkt.
Als Lesungstexte wurden die vier Auferstehungsberichte der Evangelisten vorgetragen. In ihrer Auslegung wies Susanne Schrenk darauf hin, dass es die Frauen waren, die bei Jesus am Grab waren und Jesus den Frauen den Auftrag gegeben hatte, den Jüngern von seiner Auferstehung zu berichten. Viele Frauen würden auch heute den Ruf hören, sie spürten, wie Jesus sie beim Namen ruft und sie in seinen Dienst stellen will. Möge dieser Tag der Diakonin uns ermutigen, weiterzugehen: beharrlich, hoffnungsvoll und im Vertrauen darauf, dass Gottes Ja zu uns stärker ist als jedes menschliche Nein.
Musikalisch umrahmt wurde die Wortgottesfeier von Dorothea Sutter und ihrer Tochter Annelie. Bezirksleiterin Elli Möschel bedankte sich bei den Teilnehmerinnen für ihr Kommen und bat weiterhin um Unterstützung im gemeinsamen Anliegen Weiheämter auch für Frauen zu öffnen.