Tag der Diakonin im Bezirk Lindenberg "Lasst die Fülle zu"
Frau Hannelore Illchmann, Vorstandsmitglied im Netzwerk Diakonat der Frau, berichtet über die Aktivitäten des Netzwerkes "Diakonat der Frau"Diese Szene spiegelt den schmerzhaften Prozess von Ausschluss und Ungleichheit von Frauen und Männern in der Katholischen Kirche wider. Frauen sind nicht willkommen. Frauen dürfen ihre Berufung zum Diakonat zwar spüren, aber nicht leben, so Susanne Schrenk vom Organisationsteam.
Im Anschluss an diese Szene berichtet Frau Hannelore Illchmann, Vorstandsmitglied im Netzwerk Diakonat der Frau, viele Frauen haben erwartungsvoll auf die Ergebnisse des Synodalen Weges geschaut und fragen sich jetzt: Ist etwas anders? Hat sich etwas bewegt?
Mehrere theologische Untersuchungen dokumentieren die Existenz von Diakoninnen in der frühen Kirche, so Frau Illchmann und ermutigen uns, auf die Zeichen unserer Zeit zu achten und auf gesellschaftliche Veränderungen eine Antwort zu geben. Ein internationaler, ökumenischer Kongress in Osnabrück, zu dem 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Jahr 2017 zusammengekommen waren, erklärte in den Abschlussthesen ausdrücklich, dass nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Ämtern begründet werden müsse, sondern deren Ausschluss.
Im Jahr 2004 hat die griechisch-orthodoxe Kirche die Weihe von Diakoninnen wiederbelebt. In den letzten Wochen wurde in Simbabwe erstmals seit Jahrhunderten eine Diakonin in der orthodoxen Kirche geweiht. In anderen christlichen Kirchen seien Frauen im Amt eine Selbstverständlichkeit.
Die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Amt werde zu einer Frage der Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche. Das schlug sich in den Abstimmungsergebnissen des Synodalen Weges nieder, so Frau Illchmann weiter, bei dem sich 92% der Synodalen, darunter 80% der Bischöfe, in einem Votum für das sakramentale Diakonat der Frau aussprachen.
Am 13. April 2024 seien in einer Abschlussfeier in Waldbreitbach 13 Teilnehmerinnen des 3. Diakonatskreises ihre Zertifikate überreicht worden. Der Eucharistiefeier in der Mutterkirche der Waldbreitbacher Franziskanerinnen stand Weihbischof Ludger Schepers aus dem Bistum Essen vor. Dass ein Weihbischof die Absolventinnen eines Diakonatskreises segnen würde, sei 2002, als die Teilnehmerinnen des 1. Diakonatskreises ihr Zertifikat überreicht bekamen, undenkbar gewesen.
Abschließend erklärte Frau Illchmann, das Netzwerk Diakonat der Frau setze sein Engagement für das Diakonat von Frauen und Männern in einer diakonischen Kirche fort, in Zusammenarbeit mit dem ZdK und den Frauenverbänden. Frauen und Männer sollten als Diakoninnen und Diakone ihre Gaben und Charismen einsetzen dürfen, für Arme und Menschen am Rande unserer Gesellschaft und deren Sorgen und Ängste in die Gemeinde tragen. Kirche darf sich von der Tradition nicht fesseln lassen, sondern muss sich immer wieder dem Geist Gottes, der uns an Pfingsten zugesagt wird, öffnen und sich auf ihn hin bewegen.
Nach den Worten von Frau Illchmann eröffnete Bezirksleiterin Elisabeth Rotter die liturgische Feier deren Mittelpunkt ein „Tulpenspiel“ einer Gruppe Frauen des Zweigvereins Maria Thann stand.
Die „Gärtnerin“ ermöglichte der Tulpenzwiebel mit dem Einpflanzen in die Erde, nach einer harten Zeit der Dunkelheit, sich zu entfalten und in ihrer ganzen wunderbaren Fülle zu entwickeln, „… noch lebst du für dich selber und verwendest deine ganze Kraft auf die Entfaltung deines Wesens, bald wirst du ganz offen sein für die Sonne, die Schmetterlinge, für den Wind und den Regen. Du wirst Farbe, Duft und Freude in die Welt tragen und diesen Garten für alle lebendiger und bunter machen“. Mit diesem Spiel wurde der Bogen gespannt zum diesjährigen Motto „Lasst die Fülle zu“, das die von Gott geschenkte Fülle an Begabungen und Berufungen aller, Männern und Frauen, einfordert.
Mit der Pfingstsequenz und der Meditation zur Frau Weisheit – Ermutigung und Fülle legten die Frauen und Männer das Anliegen „Diakonat der Frau“ in die Hände der Heiligen Geistkraft. Mit dem Wunsch an die Anwesenden, sich mit den Worten „Lebe auf, Gott hat dich herrlich gemacht!“ gegenseitig zu segnen, endete die Wortgottesfeier, die von der Gruppe „Flexibel“ aus Grünenbach musikalisch umrahmt wurde.
In ihren Dankesworten forderten die Bezirksleiterinnen Elli Möschel und Elisabeth Rotter die anwesenden Männer auf, das Anliegen der Frauen, in ihrem jeweiligen Einflussbereich nachdrücklich zu unterstützen. Es gehe um die Zukunft unserer Katholischen Kirche, die uns allen am Herzen liege und die wir als höchst gefährdet ansehen. Gleichzeitig riefen sie die Frauen auf, nicht müde zu werden, den Diakonat der Frau und damit auch ein Stück Gleichberechtigung in der Kirche zu verlangen und im Gebet mit der Heiligen Geistkraft in Verbindung zu bleiben.
